Feedback-Kultur · Dreimorgen
Warum die meisten Korrekturen keine sind — und warum zwei Schleifen immer reichen.
01 — Fehler oder Wunsch?
Korrekturen beheben Fehler. Änderungen erfüllen Wünsche. Wer beides vermischt, bekommt endlose Schleifen — denn Geschmack hat kein Ende.
Fehler: nicht verhandelbar, kostet nichts extra. Wünsche: diskutierbar, können kosten.
Farbton entspricht nicht der CI
Tippfehler in der Headline
Falsches Logo-Format
→ Muss behoben werden
→ Kostet nichts extra
»Etwas moderner bitte«
»Schrift ein bisschen größer«
»Anderes Blau probieren«
→ Kann diskutiert werden
→ Kann kosten
02 — Die Schleifenregel
Mehr als zwei Korrekturschleifen sind kein Zeichen von Gründlichkeit — sie sind ein Zeichen für schlechte Vorbereitung. Wer vorher klärt, braucht weniger nachher.
Komplexe Projekte brauchen mehr Zwischenstände — aber nicht mehr Schleifen.
03 — Die falsche Frage
Die richtige Frage ist nicht: »Gefällt es mir?« — sondern: »Funktioniert es?« Für die Zielgruppe. Im Kontext. Strategisch. Geschmack ist subjektiv. Funktion ist messbar.
Die besten Projekte: Kund:innen hätten es sich nie so vorgestellt — und es funktioniert perfekt.
»Gefällt es mir?«
Geschmack»Funktioniert es?«
StrategieGilt für: Farbe, Typografie, Tonalität, Format, Bildsprache.
04 — Etikette: Kund:in
Feedback ist eine Kompetenz. Sie lässt sich lernen. Und sie macht den Unterschied zwischen einem guten und einem endlosen Projekt.
Kund:innen, die Feedback geben können, bekommen die besseren Ergebnisse.
05 — Etikette: Designer:in
Designer:innen sind nicht nur Umsetzer:innen — sie sind Expert:innen. Der Umgang mit Korrekturen gehört zur Expertise.
Wer Grenzen setzt, macht bessere Arbeit. Nicht schlechtere.
06 — Anatomie
Sechs Phasen. Klare Regeln. Kein Chaos. Eine Korrekturschleife ist kein Verhandlungsgespräch — sie ist ein Prozess.
15 Minuten Call schlägt 3 Tage E-Mail-Ping-Pong.
07 — Wann zu viel
Die Anzahl der Korrekturrunden ist ein Diagnosewerkzeug. Drei Schleifen sind ein Warnsignal. Vier sind Alarm. Fünf und mehr: das Projekt ist kaputt — und braucht ein ehrliches Gespräch, keine weitere Schleife.
Bei Schleife 5+: Abbrechen oder neu starten — aber nie einfach weitermachen.
08 — Was wir bei Dreimorgen machen
Keine Regeln, die wir aufgestellt haben, weil wir es konnten — sondern weil sie funktionieren. Für unsere Kund:innen und für uns.
Zwei Korrekturschleifen sind inkludiert — und in den meisten Projekten reichen sie.
dreimorgen · Feedback-Kultur · 2026
Unterscheide Fehler von Wünschen.
Zwei Schleifen sind genug. Wenn nicht, war vorher etwas falsch.
Sammle Feedback. Schick es gesammelt. Nicht tröpfchenweise.
Sei konkret. »Irgendwie besser« ist kein Feedback.
Begründe. Nicht nur »was«, sondern »warum«.
Eine Ansprechperson pro Projekt.
Klär vorher, nicht nachher.
Zeig Zwischenstände. Früh und unfertig.
Sag nein, wenn es strategisch keinen Sinn macht.
Dokumentiere alles.
Wir arbeiten mit Kund:innen, die verstehen: Feedback ist eine Kompetenz. Wer frühzeitig klärt, gut kommuniziert und zwischen Fehlern und Wünschen unterscheidet, bekommt die besten Ergebnisse.
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